Herren VL: Was! Für! Ein! Spiel!

2h 15 Min Spieldauer, 109:105 Bälle, 3:2 Sätze! Das sind die nackten Zahlen! Zahlen zu einem rasanten und denkwürdigen Spiel, in dem sich beide Mannschaften in langen Rallyes nichts schenkten, frenetisch angefeuert von zahlreichen, lautstarken und trommelnden Fans aus beiden Lagern! Am Ende konnte die SG den Tabellenführer aus Verberg niederkämpfen und zumindest für diesen Spieltag vom Thron schubsen.

Ganz anders dagegen bei der LL-Reserve, hier lief auch gegen den Tabellenletzten nicht viel zusammen, jetzt wird es ganz eng und es muss schon ein kleines Wunder geschehen, will man die Liga noch halten.

Die Geschichte der ersten beiden Sätze der VL-Truppe beim Heimspiel gegen den Nachbarn aus Verberg ist schnell erzählt, braucht man doch im Prinzip nur die Berichte der letzten Wochen durchzulesen. Eigentlich ganz gut (mit)gespielt, aber bei ca. 6-8 Fehlangaben und mit zusätzlich einigen direkt ins Aus oder ins Netz geschlagenen Bällen kann man nicht gewinnen. Dabei spielten die Duisburger Jungs gar nicht mal so schlecht, aber eben mal wieder nicht konstant genug. Auch vorgenommene Spielerwechsel brachten nicht den gewünschten Erfolg, 19:25 und 23:25 die logischen Satzverluste.

Dann kam der dritte Satz! Weitere Wechsel, weiter keine Änderung. Trotzdem 0:7, fahrige Annahme, nichts lief. Weitere Wechsel, dieses Mal nicht nur positionsgerecht, sondern mit taktischen Varianten. Die schienen tatsächlich leicht zu fruchten, 6:9 der Zwischenstand. Dann wieder eine totale spielerische Auszeit auf dem SG-Feld, 7:13. Plötzlich aber Tiefschlaf beendet, stabile Annahme, variables Zuspiel und bei 17:16 erstmals die Führung. Und zum Glück für die Nerven von Trainer und Zuschauer hielten die Blau-Roten dieses Niveau bis zum Satzende, puschten sich gegenseitig und machten mit 25:22 den Sack zu.

Satz 4! Atemberauben spannend, auf des Messers Schneide, hop oder top, das Phrasenschwein wird gefüllt. Bis 16:16 maximal ein Punkt Vorsprung für hüben oder drüben, beide Teams halten in der Regel ihr side-out mit teils hochklassigen Abwehr und Angriffsaktionen. Die Duisburger bekommen dabei zusehends besser Zugriff im Block, können das aber vor allem in den jetzt immer länger werdenden Rallyes nicht immer in Punkte umsetzen. Dann zieht Verberg davon, 18:22, es wird eng. Aber wieder kurz schütteln, beruhigende Auszeit, dann starke Angaben, super Blockarbeit, gefühlt kein Verberger Angriff geht jetzt mehr ohne Blockberührung über das Netz. Dazu eine aufmerksame, schnelle Feldabwehr und ein fantastisches, lautstarkes Publikum (spätere Schwielen an den Händen der Trommler und heisere Glückwünsche sind die Folgen, vielen Dank dafür ;-)). Die Spannung ist riesengroß! Bei 23:23 Ausgleich – 23:24, Matchball Verberg – grandios gekontert und dann den eigenen Satzball geholt – 25:24. Verberg wehrt ab – erneuter Ausgleich. Es ist laut in der Halle, sehr laut! Dieser Satz lässt niemanden ruhig sitzen bleiben. Die spannende Frage nun: zweiter Matchball oder zweiter Satzball? Satzball! Jubel, Trommelwirbel! Und dann: der erlösende Satzgewinn, mit 27:25 sichert sich die Heimmannschaft den Satzausgleich.

Jetzt waren die Jungs heiß. Und genauso spielten sie! Angaben, die in den ersten beiden Sätzen noch so gar nicht klappten, setzten den Gegner sofort unter Druck. Unglaubliche Abwehraktionen, möglich gemacht durch einen geschlossenen und gut arbeitenden Block, wurden mit sehr variablem Zuspiel und cleveren Angriffen „mit Auge“ konsequent zu Ende gespielt. Beim 8:6 Seitenwechsel übernahmen die Gastgeber das erste Mal mit mehr als einem Punkt Vorsprung das Kommando. Von da an hatte Verberg nicht mehr viel zuzusetzen. Es klappte einfach wirklich alles bei den Duisburgern, mit 15:8 wurde Satz 5 und damit der Sieg verdient eingetütet. Unglaublich!

Ein tolles Spiel und Erlebnis für alle, die dabei waren. Eine super Stimmung aus beiden Lagern von der Tribüne, enttäuscht aber fair gratulierende Gegner, die die an diesem Tag etwas bessere Leistung von zwei Mannschaften auf Augenhöhe anerkannten und eine SG Truppe, die endlich mal gezeigt hat, was sie so drauf hat. Dazu eine unglaublich große Zahl von Zuschauern aus beiden Lagern, die mit Trommeln und Gesängen Stadionatmosphäre herbeizauberten.

Die Stärke dieser Truppe ist ihre Stimmung und ihre Flexibilität. 12 Spieler standen auf dem Spielberichtsbogen, alle 12 wurden benötigt, bis sich die an diesem Tag offensichtlich beste Konstellation herausgestellt hatte. Bei anderen Gegnern an andern Tagen wird die Aufstellung wieder anders aussehen müssen, kein Problem, die SG hat das Potential! Sah die Welt vor Weihnachten noch etwas dunkler aus, so haben die Jungs jetzt, auch mit ein bisschen Glück am grünen Tisch, 8 Punkte aus drei Spielen geholt und sind auf einmal wieder Tabellenvierter. Klasse und die Basis für weitere, konzentrierte Arbeit in Training und Spiel. Öffentlich das nächste Mal schon am nächsten Samstag, 9.2.2019, ab 20 Uhr in der Turnhalle des Steinbart Gymnasiums zu begutachten. Dann kommt mit dem TV Haan eine Mannschaft aus dem Tabellenkeller, das man die aber genauso ernst nehmen muss, wie alle anderen, sollten die SG-Jungs spätestens nach dem verlorenen Spiel gegen Neuss wissen. Aber da war die Stimmung auch noch eine andere ;-)!

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