Herren OL: schwere, aber erfolgreiche Geburt!

Wer als Zuschauer im Moment zu den SG-Volleyballern kommt, der wird selten enttäuscht. Die SG-ler können einfach nicht einfach. Auch beim Heimspiel gegen den Mitaufsteiger Würslener SV gab es in zwei Sätzen eine ähnliche Dramatik wie in der Woche zuvor, dieses Mal aber mit einem happy-end für die Blau-Roten.

Aktuell unerlässlich: Abstand halten, auch als SG Zuschauer!

Würselen hatte in der letzten Saison lange auf Tuchfühlung mit den Tabellenführern aus Duisburg gelegen und nur der coronabedingte Saisonabbruch machte für die Männer aus der Region Aachen eine Revanche für die deutliche 3:0 Niederlage des Hinspiels zunichte. Zusätzlich war der bisherige Saisonstart des SV mit nur einem Punkt aus drei Spielen alles andere als zufriedenstellend, entsprechend motiviert konnte man die Gäste erwarten.

Die Hausherren dagegen legten mal wieder etwas schläfrig los, wie in der letzten Woche stellte man sich zunächst als guter Gastgeber vor, und verschenkte ein paar Punkte. 2:5 der Zwischenstand, irgendwie nicht so richtig Zug im Spiel der Duisburger. Diesen Rückstand holten die SG-ler zwar dann schnell auf, im Folgenden konnten sie aber nicht wirklich Dominanz entwickeln. Würselen entfaltete im Angriff zwar sehr selten richtig Wucht, allein die Heimmannschaft machte nicht viel daraus. Das größte Manko waren dabei mal wieder die Angaben, allein hier sieben Fehler (zwei davon bei Satzball) und mindestens genauso viele zu unplatziert auf den sehr guten Libero der Gäste. Zum Glück stand der Pass für einen vernünftigen Spielaufbau und so ging es ein wenig hin und her, bis Würselen dann mit 17:21 deutlicher die Nase vorn hatte. Doch auch hier blieb die SG sich treu, offensichtlich brauchen die Spieler den Druck am Ende eines Durchgangs. Plötzlich waren mehr Ruhe und mehr Zug drin, die Angaben kamen, der Block packte zu, eine deutlich andere Körpersprache. Zwei Satzbälle wurden noch vergeben, der dritte wurde dann zum 28:26 genutzt. Wieder mal Krimi pur!

Im zweiten Abschnitt dann eine SG, wie man sie aus der letzten Saison kennt. Zunächst noch ausgeglichenes Spiel bis zum 10:10, dann übernahmen die Blau-Roten das Kommando. Kaum mehr Aufschlagfehler, weiterhin stabiler Pass und variables Zuspiel. Dazu eine gute Block-Abwehr Abstimmung, fast kein Ball ging mehr unberührt zu Boden. Die absolute Dominanz in dieser Phase lässt sich am besten mit dem Satzergebnis verdeutlichen: 25:13.

Für SG-Verhältnisse ein langweiliger Satz. Der Trainer mag so etwas, die Spieler offensichtlich nicht. Sie ließen im dritten Satz wieder so ein wenig nach, führten zwar ständig, aber eben nur mit ein oder zwei Punkten, nie wirklich beruhigend. Vor allem der Angriffsdruck ließ nach. Würselen hatte auch in den ersten beiden Sätzen schon mehrfach gezeigt, dass ihr Stärke in der Feldverteidigung liegt und konnte ein ums andere Mal die Angriffe der Duisburger entschärfen. Immerhin waren die Angriffe der Hausherren aber noch druckvoll genug, um den Gästen wenige Chancen zu einem geordneten Aufbau zu geben. Und so entwickelten sich jetzt extrem lange Ballwechsel mit positivem Ende mal hüben, mal drüben. Bei 17:17 waren die SV-ler dran, ab da gab es gefühlt immer einen Punkt hier, den nächsten da. Das war an Spannung nicht zu überbieten und ging bis zum 23:24, Satzball Würselen. Die SG wehrte ab, holte sich den ersten Matchball und mit einem weiteren langen und für diesen Satz symptomatischen Ballwechsel (siehe Video) machten die Duisburger mit 26:24 den Sack zum 3:0 dann doch zu.

Damit sind die ersten drei Spiele gespielt und mit 7 von 9 möglichen Punkten kann die SG-Truppe sehr zufrieden sein. Hätte man in der Vorwoche beim Spiel gegen Moers etwas cleverer und glücklicher agiert, wäre sogar deutlich mehr drin gewesen. Aber auch so ist das ein klasse und verheißungsvoller Start der sich im dritten Tabellenplatz widerspiegelt. Jetzt sind erst mal drei Wochen Pause, bevor es dann am 31.10.2020 ab 20:00 Uhr in Krefeld zum nächsten Derby gegen die alten Bekannten des Verberger TV geht. Auch hier wollen die Duisburger punkten und sich möglichst weiter im oberen Tabellendrittel festsetzen. 😉